Mit Persona zeigt Dietmar Fischer eine Auswahl aus seiner im März diesen Jahres in Havanna entstandenen Porträtserie von Personen, die er bei ihnen zu Hause besucht und mit seiner analogen Kamera auf Schwarzweiss-Film im 6×6 Format fotografiert hatte.
 
Im Lateinischen bezeichnet Persona eine Person, einen Character oder eine Rolle.
In der Psychologie nennt man die nach außen hin gezeigte Einstellung eines Menschen Persona, die seiner sozialen Anpassung dient und manchmal auch mit seinem Selbstbild identisch ist. (C.G. Jung)
 
Ziel der Porträtserie war es Bilder entstehen zu lassen, die zum einen die persönliche Nähe und den Charakter der Person zeigen, als auch dem Betrachter ein paar offene Fragen lassen sollten.  
 
Yonersy und Sergio sind die Protagonisten dieser Ausstellung. 
 
Yon, als Kind von seiner Familie getrennt, lebt heute in einer Patchworkfamilie mit 6 Kindern und verdient seinen Lebensunterhalt mit dem Verkauf gesammelter Plastikflaschen. Er ist ein sehr ruhiger und bescheidener Mensch. Auf meine Frage, was seine größten Wünsche sind, antwortete er spontan, dass es seiner Familie gut gehen solle.
 
Sergio hatte in den 80er und 90e Jahren vor allem in Gefängnissen in Cuba und den USA zugebracht. Er lebt heute alleine, hat noch gelegentlich Kontakt zu seiner Mutter, die als einzige seiner Familie noch in Havanna lebt. Er besitzt kaum etwas, zeigt aber im Gespräch und auch auf den Bildern Stolz und Würde. Seine Wohnung besteht aus einem fensterlosen Zimmer mit Kochnische und Nasszelle, in dem sich ausser einem überdimensionalen Bett und einem Schaukelstuhl nichts befindet. Aber an der Wand hing dann doch an einem Nagel sein beigefarbener Anzug, in dem Yon fotografiert werden wollte. Stolz und Würde in einer natürlichen, nicht übertrieben pathetischen Form, das macht Sergio aus. Einzig die Bilder, die ihn hinter Gittern zeigen, fallen etwas aus der Reihe. Hier wurde seine Zeit im Gefängnis nachgespielt.
 
Die Bilder sind mit Hilfe des kubanischen Fotografen Antonio Hernandez entstanden, der den Kontakt zu den Protagonisten herstellte und seine Dunkelkammer für die Filmentwicklung sowie erste Prints zur Verfügung stellte.
Die Fotos der Ausstellung wurden auf Barytpapier im Format 40×40 ausbelichtet und anschliessend in einer Selentonung veredelt.
 
Während der Vernissage wird die Ausstellung von einer digitalen Diaschau mit einer Reisereportage hinter den Kulissen Havannas.
 
 
Beginn: 20 Uhr
Eintritt: frei