Das war 2020

Ein fotografischer Rückblick

Dietmar Sebastian Fischer

2020 war nicht mein Jahr.

Fast alle meiner geplanten Foto-Reisen musste ich absagen. Was blieb, waren die Street Style Shootings und Workshops. Mehr oder weniger gestellte Posen, die aber auch wie ein Schnappschuss wirken können.
Das hat einen großen Teil meiner  geplanten Foto-Projekte ausgemacht. Und weil fotografieren in der Gruppe viel schöner ist, hatten wir auch sehr viel Spaß. Eine kleine Entschädigung für die abgesagten Reisen…

Daneben habe ich viel mehr mit analogen Filmen experimentiert, als früher. 2019 waren meine Rolleiflex und Nikon F90 die einzigen Kameras, mit denen ich vor allem analoge Portrait Serien aufgenommen hatte. Sehr zuverlässig, aber unspektakulär.

2020 wurde ich dann mutiger und habe mir 2 Ondu Lochkameras (eine 6×12 und eine 135 Panoramic) zugelegt. Kameras aus Holz und ohne Objektiv. Dagegen ist die dritte Kamera, mit der ich 2020 fotografiert habe, fast schon High-Tech. Eine “Horizon Perfekt”. Perfekt ist hier aber nur das Schwing-Objektiv mit richtigen Glas-Linsen.  Der Rest ist Plastik. Aber sie funktioniert und macht tolle Panora-Aufnahmen auch ohne Stativ.

Nicht ganz unwichtig für mich waren auch meine ersten Auftragsarbeiten mit analogen Kameras, Einmal die Dokumentation des Andrucks eines Lyrik-Bandes von Hartmut Fischer im Letterpress -Verfahren auf  einer Original Heidelberger Zylinder aus dem Jahr 1954, fotografiert mit der Rolleiflex, die allerdings jünger war als die Druckmaschine.

Und dann habe ich einen mobilen Barista aus Heidelberg mit meiner Lochkamera fotografiert und den Film dann in Caffenol entwickelt. Caffenol ist ein Filmentwickler aus Kaffeepulver, Waschsoda und Vitamin C. Und ja, da drin kann man Filme entwickeln 🙂

Die Bilder von der Alten Brücke in Heidelberg sind übrigens mit meiner ersten Lochkamera aufgenommen, die ich selbst gebaut habe, aber die Light-Leaks nicht abdichten konnte. Light Lecks werden heute ja in   Luminar und ähnlichen Programmen digital in die Bilder gerechnet, mir war es aber auf Dauer ein zu heftiger “Effekt”, weswegen ich auf die Ondus umgestiegen bin.

2021 darf es dann gerne wieder etwas mehr in Richtung Reise-Fotografie gehen.