„Hommage à… Anonyme Kunstwerke“ | UDO LIEBELT

„Hommage à… Anonyme Kunstwerke“

Unter der Überschrift „Hommage à…“ stellte sich unser neues Mitglied Dr. Udo Liebelt mit eigenen Fotos vor. Der studierte Theologe und Kunsthistoriker startete als Galerist, Graphikverleger und Hochschuldozent und war mehr als zwei Jahrzehnte als Kustos für Bildung und Vermittlung an Museen moderner Kunst tätig. Vor dem Hintergrund seines langjährigen Umgangs mit zeitgenössischer Kunst verfolgt Liebelt – neben ganz anderen fotografischen Vorlieben – seit ein paar Jahren ein spezielles fotografisches Interesse: Figuren und Strukturen, die sich mehr oder weniger zufällig gebildet haben, oder aber von Menschenhand geschaffene Gebilde, die ohne jeden Kunstanspruch entstanden sind, sich aber durch malerische, graphische oder konzeptuelle Qualitäten auszeichnen, wertet er als „anonyme Kunstwerke“. Fotografien solcher Art widmet er bestimmten Künstler/innen, so z. B. einem modernen Konstruktivisten, den Pariser „Neuen Realisten“ um 1960, bis hin zu Nikolaus Lang oder Timm Ulrichs. Ein Beispiel:

Vor drei Jahren feierte das ZKM Karlsruhe im Beisein von Robert Wilson die Premiere eines Films, den es über Leben und Werk des weltbekannten Regisseurs, Theaterautors, Lichtdesigners und Bühnenbildners in Auftrag gegeben hatte. Ein charakteristisches Bühnenbild aus diesem Film kann man auf der Website des ZKM besichtigen, unter „Rememberemember. Wilson’s Waco-Watermill-World – ZKM“. Sacha Goldman, der Produzent des Films, äußerte sich bei der Premiere so: „Wilsons Welt ist den kleinen Häusern ähnlich, die man aus seinen Theaterinszenierungen und Kunstwerken kennt. Es sind Häuser ohne Tür. Man kann nicht hinein und nicht heraus kommen. Heidegger hätte sie als ›Häuser des Seins‹ bezeichnet.“ (Zitat: o.g. Website)

2013 Rheinhafen Karlsruhe„Hommage à Robert Wilson“. Foto von Udo Liebelt: 03/2013, Rheinhafen Karlsruhe

 Dieses Foto, das Udo Liebelt im letzten Jahr im Karlsruher Rheinhafen aufgenommen hat, widmet er Robert Wilson und seinem Werk. Man mag – hier offene – Häuser erkennen, die sich aus Leitern und deren Stützen bilden. Diese erfüllen an Ort und Stelle technische Zwecke. Nur, im Foto erkennt man die nicht. Und so wirkt die Installation wie eine kunstvoll konstruierte Bühnen-Inszenierung, inklusive raffinierter „Ausleuchtung“ durch das Sonnenlicht, das markante Schatten wirft.

Text: Dr. Udo Liebelt / Fotos: Andreas König

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